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Das Agent Development Kit löst ein Problem, das alle Claude-Code-Nutzer kennen: Mit jeder neuen Session fängt Claude bei Null an. Keine Erinnerung an Konventionen, kein Wissen über die Architektur, keine Ahnung von den Stolperfallen.
AUF EINEN BLICK: Das Agent Development Kit ist ein fünfschichtiges Setup-Schema für Claude Code — CLAUDE.md, Skills, Hooks, Subagents, Plugins. Wer den Stack einmal aufsetzt, spart pro Woche dutzende Wiederholungs-Prompts und arbeitet konsistenter. Der Einstieg dauert 30 Minuten. Der Effekt ist dauerhaft.
Das Kit adressiert eine Schwäche die alle Large Language Models teilen: fehlendes persistentes Gedächtnis zwischen Sessions. Ohne strukturierte Konfiguration erklärt man Claude in jeder neuen Unterhaltung dieselben Konventionen, Standards und Eigenheiten erneut — vergleichbar damit, einem neuen Mitarbeiter täglich denselben Onboarding-Vortrag zu halten.
Was ist das Agent Development Kit?
Das Agent Development Kit kombiniert fünf voneinander abhängige Konfigurations-Schichten: CLAUDE.md als Verfassung, Skills als modulares Fachwissen, Hooks als deterministische Leitplanken, Subagents als delegierbare Spezialisten und Plugins als Verteilungs-Mechanismus (Claude Code Dokumentation, Anthropic 2025).
| Schicht | Zweck | Wann geladen |
|---|---|---|
| 1 — CLAUDE.md | Gedächtnis & Verfassung | Bei jeder Session |
| 2 — Skills | Spezialwissen | On-Demand bei Bedarf |
| 3 — Hooks | Deterministische Regeln | Bei definierten Events |
| 4 — Subagents | Delegierte Spezialisten | Auf Aufruf |
| 5 — Plugins | Verteilung im Team | Bei Installation |
Die Reihenfolge ist nicht zufällig. Jede Schicht baut auf der vorherigen auf: ohne Regeln (CLAUDE.md) macht Wissen (Skills) wenig Sinn. Ohne Wissen lassen sich keine sinnvollen Guardrails (Hooks) definieren. Ohne Guardrails ist Delegation (Subagents) riskant. Und Verteilung (Plugins) lohnt sich erst, wenn das Setup wirklich funktioniert.
Schicht 1: CLAUDE.md — Das Gedächtnis
CLAUDE.md ist eine Markdown-Datei in der projektrelevante Regeln, Architektur-Entscheidungen und Konventionen dokumentiert werden. Claude Code lädt diese Datei bei jedem Session-Start automatisch und macht ihren Inhalt zur Grundlage seines Verhaltens.
Es existieren zwei Speicherorte mit unterschiedlichem Geltungsbereich:
- —Globale CLAUDE.md unter `~/.claude/CLAUDE.md` — gilt für alle Projekte
- —Projekt-CLAUDE.md unter `.claude/CLAUDE.md` — gilt nur für das aktuelle Repo
Beide Dateien werden gleichzeitig geladen. Die globale Datei eignet sich für persönliche Präferenzen. Die projektspezifische Datei dokumentiert Architektur, Naming-Konventionen und projektinterne Eigenheiten.
Häufige Fehler bei CLAUDE.md: - Zu viel Inhalt: 30 präzise Sätze tragen weiter als 300 schwammige - Schwammige Anweisungen: "Bitte sei nett" ist nutzlos. Konkrete, prüfbare Regeln funktionieren - Veraltete Informationen: Wer Architektur-Entscheidungen ändert, muss CLAUDE.md mitziehen
Schicht 2: Skills — Das modulare Fachwissen
Skills sind modulare Wissens-Pakete die Claude bei Bedarf nachlädt. Im Gegensatz zu CLAUDE.md, das bei jeder Session vollständig geladen wird, kommen Skills nur dann ins Spiel wenn sie für die aktuelle Anfrage relevant sind. Das schont den Context-Window und ermöglicht eine fast beliebige Anzahl spezialisierter Fähigkeiten.
Claude scannt die Beschreibungen aller verfügbaren Skills und entscheidet pro Anfrage welche relevant sind. Das Matching funktioniert über die `description`-Felder im YAML-Frontmatter der `SKILL.md`.
Der häufigste Fehler: zu vage Skill-Beschreibung. Ein Eintrag wie `description: "Ein PDF-Skill"` wird Claude nie zuverlässig matchen. Funktional ist: `description: "Verwende diesen Skill immer dann, wenn der Nutzer eine PDF-Datei lesen, daraus Inhalte extrahieren oder eine PDF erzeugen möchte."`
Wann Skills sinnvoll sind: - Wiederkehrende Konvertierungs-Aufgaben (PDF, Excel, Audio) - Domain-spezifische APIs mit eigenem Schema - Standardisierte Code-Generierungs-Patterns - Komplexe Format-Spezifikationen
Schicht 3: Hooks — Die deterministischen Leitplanken
Hooks sind Shell-Skripte die bei definierten Agent-Events automatisch ausgelöst werden. Sie funktionieren rein deterministisch — keine KI, keine probabilistischen Entscheidungen. Wenn Event X eintritt, läuft Skript Y.
| Event | Auslöser | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|
| `PreToolUse` | Vor jedem Tool-Aufruf | Gefährliche Aktionen blockieren |
| `PostToolUse` | Nach jedem Tool-Aufruf | Linting, Logging, Benachrichtigungen |
| `SessionStart` | Bei Session-Start | Frischen Kontext injizieren |
| `Stop` | Wenn Claude einen Turn beendet | Zusammenfassung schreiben |
| `SubagentStop` | Wenn ein Subagent fertig ist | Ergebnisse weiterverarbeiten |
Der Unterschied zu CLAUDE.md: Eine Bitte ist ein Vorschlag. Ein Hook ist ein Riegel. `rm -rf` auf Systemverzeichnisse lässt sich nicht durch einen nett formulierten Prompt verhindern — wohl aber durch einen PreToolUse-Hook der genau dieses Muster erkennt und blockiert.
Hooks lohnen sich überall wo Konsequenzen irreversibel oder teuer sind: gefährliche Bash-Kommandos, Compliance-Anforderungen, Quality Gates nach jeder Datei-Änderung.
Schicht 4: Subagents — Die delegierbaren Spezialisten
Subagents sind eigenständige Claude-Instanzen mit eigenem Context-Fenster, eigenem System-Prompt und potenziell eigenen Tool-Berechtigungen. Sie werden von der Hauptsession wie Tools aufgerufen, erledigen ihren Job und geben eine Antwort zurück. Die Hauptsession sieht nur das Ergebnis — nicht den Weg dahin.
Das Problem ohne Subagents: Komplexe Aufgaben verbrauchen riesige Mengen Kontext. Wer Claude bittet eine ganze Codebase nach veralteten API-Calls zu durchsuchen, lädt hunderte Dateien in das Context-Fenster der Hauptsession. Die Folge: trägere Sessions, Verlust des roten Fadens.
| Subagent | Aufgabe | Output |
|---|---|---|
| `code-reviewer` | Diff gegen Repo-Konventionen prüfen | Liste konkreter Findings |
| `test-runner` | Test-Suite ausführen | Nur Failures, keine grünen Tests |
| `explorer` | Unbekannte Codebase durchsuchen | Knappe Antwort + relevante Pfade |
Subagents lohnen sich für Aufgaben mit viel Input und wenig Output. Eine einzelne Funktion umbenennen oder einen Tippfehler korrigieren — der Overhead lohnt sich nicht.
Schicht 5: Plugins — Der Verteilungs-Mechanismus
Plugins bündeln Skills, Subagents, Hooks und Slash-Commands in ein installierbares Paket — vergleichbar mit npm-Paketen. Eine `plugin.json` deklariert den Inhalt, ein Marketplace-Eintrag macht das Plugin im Team auffindbar.
Plugins lohnen sich wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist: - Mehrere Teammitglieder arbeiten am selben Projekt - Ein Setup soll zwischen mehreren eigenen Projekten geteilt werden - Externe Dienstleister sollen das Setup nutzen können
Für reine Solo-Projekte ohne Verteilungs-Bedarf sind Plugins reiner Overhead.
Empfohlene Einführungsreihenfolge
Die meisten Teams beginnen mit Schicht 1 und kommen erstaunlich weit:
- 1.Sofort umsetzbar: CLAUDE.md aufsetzen — global und projektspezifisch
- 2.Sobald Wiederholungen auftauchen: Erste Skills für wiederkehrende Aufgaben
- 3.Nach erstem Vorfall: Hooks aktivieren
- 4.Bei wachsender Komplexität: Subagents einführen wenn Sessions zu lang werden
- 5.Bei Team-Einsatz: Plugins sobald mehrere Personen das Setup nutzen
Was als nächstes zu klären ist
Wie lange dauert das initiale Setup? Ein minimales Setup mit CLAUDE.md und einem ersten Skill dauert etwa 30 Minuten. Ein vollständiges Setup mit allen fünf Schichten in einem realen Projekt: ein bis zwei Tage Arbeit, verteilt über mehrere Sessions (Praxis-Erfahrung aus realen Claude-Code-Projekten, 2025).
Brauche ich alle fünf Schichten? Nein. Die meisten Solo-Entwickler kommen mit Schicht 1 und 2 sehr weit. Hooks und Subagents lohnen sich bei wachsender Projekt-Komplexität. Plugins erst wenn das Setup mit mehreren Personen geteilt werden soll.
Was unterscheidet Hooks von Skills? Hooks sind deterministische Shell-Skripte die bei definierten Events feuern — keine KI involviert. Skills sind Wissens-Pakete die Claude bei Bedarf konsultiert und interpretiert. Hooks sagen "blockiere X". Skills sagen "so geht X". Beide ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.
Kann ich das Kit in laufende Projekte einführen? Ja. Bestehende Claude-Code-Projekte lassen sich schrittweise restrukturieren. Wichtig: vor jeder Änderung Backups anlegen. Die `agent-kit-restructure.md` macht genau das — Bestandsaufnahme zuerst, dann schrittweise ergänzen.
Wo liegen die Konfigurationsdateien? `~/.claude/` für globale, projektübergreifende Einstellungen und `.claude/` im jeweiligen Projekt-Root für projektspezifische Konfiguration. Beide werden gleichzeitig geladen (Claude Code Dokumentation, Anthropic 2025).
Wer das Kit direkt einrichten will: die fertigen Bootstrap-Dateien (`agent-kit-setup.md` für neue Projekte, `agent-kit-restructure.md` für bestehende) plus das Tutorial-PDF gibt es kostenlos auf adcompany.net/ressourcen — Name + E-Mail, direkt im Postfach.
FAQ
Was bringt das Agent Development Kit konkret?
Das Kit reduziert die Notwendigkeit, dieselben Anweisungen in unterschiedlichen Sessions zu wiederholen. Wer den Stack einmal sauber aufsetzt, arbeitet konsistenter, schneller und mit weniger Fehlern als mit Ad-hoc-Prompts.
Funktioniert das Kit auch mit anderen LLMs?
Das Konzept ist übertragbar, aber die konkrete Implementierung ist Claude-Code-spezifisch. Die Datei-Struktur, die Hook-Events und die Plugin-Manifest-Felder sind Bestandteile des Claude-Code-Ökosystems. Ähnliche Patterns existieren bei anderen Coding-Agenten — mit jeweils eigenen Konventionen.
Wie schreibe ich gute Skill-Beschreibungen?
Eine gute `description` enthält konkrete Trigger-Wörter, typische Anwendungsfälle und Beispiel-Aufgaben. Statt "Ein PDF-Skill" lieber: "Verwende diesen Skill, wenn der Nutzer eine PDF-Datei lesen, Inhalte extrahieren oder eine neue PDF erzeugen will." Konkrete Beschreibungen erhöhen die Match-Genauigkeit signifikant.
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