Der Stiltest ist ein 60-Sekunden-Check aus sieben Ja-oder-Nein-Fragen, mit dem du an einem einzelnen Text prüfst, ob er nach dir klingt oder nach dem Durchschnitt aus dem Sprachmodell. Du bewertest nicht, ob der Text gut ist, sondern nur, ob er deine Stimme trägt oder austauschbar bleibt. Du nimmst ein Stück. Eine Caption, eine Mail, eine Sektion deiner Landingpage. Nicht den ganzen Kanal. Pro Frage setzt du einen Haken oder ein Kreuz. Am Ende weißt du nicht nur, ob der Text durchfällt, sondern auch, an welcher der sieben Stellen.
In welcher Reihenfolge prüfe ich, ob ein KI-Text nach mir klingt?
Ein Text, nicht die ganze Woche. Robbys Kernregel aus dem Workshop gilt auch hier: mach nicht fünf Sachen gleichzeitig, ein Schritt nach dem anderen. Wer den ganzen Kanal auf einmal prüft, prüft am Ende gar nichts. Also: einen einzigen Text, sechzig Sekunden, sieben Fragen. Warum dein KI-Content sonst klingt wie tausend andere, steht ausführlich in Dein KI-Content klingt nach ChatGPT, nicht nach dir.
Und ja, du liest selbst, statt ein Tool entscheiden zu lassen. OpenAI hat den eigenen Detektor 2023 abgeschaltet. heise hält fest, dass das Programm gerade einmal ein Viertel der eingegebenen englischen KI-Texte als solche erkannte und jeden zehnten Menschentext falsch beschuldigte. Ein Prozentwert sagt dir ohnehin nie, an welcher Stelle dein Text kippt. Die sieben Fragen tun genau das.
Welche sieben Fragen entlarven KI-Sprache?
1. Was bleibt nach dem Streichen übrig? Streiche jeden Satz, den dein direkter Wettbewerber genauso schreiben könnte. Bleibt weniger als die Hälfte stehen, ist der Test durch. Das liegt nicht am Tool, sondern daran, dass die KI dich nicht kennt. Dass dein Wettbewerber an derselben Maschine sitzt, ist keine Vermutung: Von den deutschen Unternehmen, die KI einsetzen, tun das laut Bitkom 57 Prozent in Marketing und Kommunikation (604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, repräsentativ, erhoben in den Kalenderwochen 27 bis 32 des Jahres 2025, veröffentlicht im September 2025).
2. Würde ich das so sagen? Lies drei zufällige Sätze laut vor. Stolperst du bei einem, gehört er dir nicht. Das ist Robbys eigener Test, bevor er irgendetwas per Copy-Paste übernimmt.
3. Welche Wörter verraten die Maschine? Halte eine feste Liste der typischen KI-Buzzwords bereit und such danach. Mehr als zwei Treffer im Text heißt durchgefallen. Nicht neu prompten, sondern den Passus mit deinen eigenen Worten umbauen. Dass so eine Wortliste überhaupt trägt, ist gemessen. t3n berichtet über eine Pubmed-Auswertung von Forschenden der Universität Tübingen und der Northwestern University: "delves" taucht etwa 25-mal so häufig auf wie vor dem Beginn der KI-Ära, "showcasing" und "underscores" etwa neunmal häufiger (2024). Die Studie dahinter wertet über 15 Millionen Abstracts aus und legt nahe, dass mindestens 13,5 Prozent der 2024er Abstracts mit einem Sprachmodell bearbeitet wurden, in einzelnen Teilkorpora bis zu 40 Prozent (Kobak et al., 2025). Das ist Wissenschaftssprache, nicht deine Branche. Der Mechanismus ist derselbe.
4. Wiederholt der Text sich selbst? Zähl, wie oft dieselbe Aussage in anderen Worten wiederkommt. Ab dem dritten Mal streichen. So würde kein Mensch reden, nur ein Modell, das eine Sektion künstlich füllt.
5. Steht da KI-Slang statt deiner Sprache? Welchen Begriff benutzt du im Text, den du vor zwei Jahren nicht benutzt hast? Genau den ersetzt du durch dein altes Wort.
6. Hängt der Text an Schablonen? Drei Satzfiguren verraten das Modell: das "Nicht nur X, sondern Y", das "Es geht nicht um A, es geht um B" und die Dreier-Aufzählung im Dauerbetrieb. Höchstens eine davon pro Text. Dazu die formale Spur: gleich lange Sätze, gleich lange Absätze, die Häufung von Gedankenstrichen als Satzzeichen. Genau dieses Satzzeichen gilt inzwischen als so verräterisch, dass OpenAI nachbessern musste: Laut t3n bekamen die Nutzer-Anweisungen eine höhere Priorität als die Trainingsdaten, damit ChatGPT auf Wunsch zuverlässig darauf verzichtet (November 2025). Ein Modell, das man dazu zwingen muss, setzt das Zeichen von allein zu oft.
7. Wo ist deine Schublade? Steht im Text mindestens ein Detail, das nur du wissen kannst? Eine Zahl aus deinem eigenen Konto, ein Satz aus einem echten Kundengespräch, ein Fehler von letzter Woche. Wenn nein: durchgefallen, egal wie sauber der Rest ist.
Wie viele Haken muss ein Text schaffen?
Null bis zwei Haken heißt: der Text hat kein Kontext, nur Thema. Nicht neu prompten, erst Kontext bauen. Drei bis fünf Haken heißt: er trägt halb, die durchgefallenen Stellen baust du mit eigenen Worten um. Sechs bis sieben Haken heißt: er trägt, raus damit.
Was mache ich, wenn der Text durchfällt?
Dann fehlt Kontext, nicht Talent. Der Kontext ist der Treibstoff der ganzen Anlage. Leg drei Dinge einmal an, statt sie jedes Mal neu zu erklären: eine Kontext-Datei aus alten Texten, Memos und Sprachnachrichten, die Person statt nur das Produkt (Hobbys, Werte, Kommunikationsstil) und maximal zwei bis drei Leitplanken im Regel-Block. Fünfzehn Regeln in einem Prompt ersticken den Output. Warum austauschbarer Content trotz Reichweite keinen Umsatz bringt, liest du in KI-Content bekommt Likes, aber keiner kauft.
Im PDF liegt der Test als gebrandetes Raster zum Abhaken: alle sieben Fragen mit Haken-Kästchen, die Auswertungstabelle und der Ein-Stück-Test, bei dem du eine alte und eine neue Version desselben Textes direkt nebeneinander durch die Fragen schickst. Trag unten deine E-Mail ein, dann bekommst du es sofort als Download. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.
