Video-Organisation nach dem Videotag bedeutet: rohes Kamera-Footage in unter einer Stunde in ein sauber beschriftetes, durchsuchbares Ad-Asset-Archiv verwandeln. Der Weg dahin: lokale KI-Transkription mit mlx-whisper auf dem Mac, ein klares Namensschema pro Datei und eine Obsidian-Note mit allen Inhalten. Ohne Agentur, ohne Cloud, ohne Chaos.
Du kennst den Moment. Der Videotag ist vorbei, die Kamera hat geliefert, Dutzende Dateien liegen auf der Festplatte. Und dann so ein Name: dji_mimo_20260410_165314_1775837351144_video.mp4. Welcher Hook war das? Take 2? Welches Produkt? Keine Ahnung. Dieser Guide zeigt dir das System, mit dem jede Datei dir auf einen Blick sagt: Thema, Hook-Nummer, Take, Kamerawinkel.
Was ist das Ziel der Video-Organisation?
Am Ende hast du zwei Dinge. Erstens einen Videos-Ordner, in dem jede Datei selbsterklärend heißt, zum Beispiel hook_01_struktur_take_1.mp4, hook_07_dubai_take_1.mp4 oder legal_01_cta.mp4. Zweitens eine Video-Transkripte.md, in der alle gesprochenen Inhalte lesbar und durchsuchbar liegen. Das ist die ganze Hexerei: Aus namenlosem Footage wird ein Archiv, das du selbst, dein Editor und spätere KI-Tools verstehen.
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Du brauchst einen Mac mit Apple Silicon (M1, M2, M3 oder M4). Die Einrichtung ist einmalig und dauert rund 10 Minuten. Drei Bausteine gehören dazu:
- 1.Homebrew als Paketmanager, falls noch nicht vorhanden.
- 2.ffmpeg und Python über Homebrew installiert. ffmpeg extrahiert das Audio aus den Videos.
- 3.mlx-whisper über pip installiert. Das ist der lokale Transkriptions-Motor.
Warum lokal? mlx-whisper läuft direkt auf deinem Mac. Keine Cloud, keine API-Kosten, kein Datenschutzproblem. Einmal installiert, läuft das für immer.
Wie transkribierst du das Footage automatisch?
Das ist der Teil, bei dem du Kaffee holst und die Maschine arbeitet. Der Ablauf in Schritten:
- 1.Ordner anlegen und alle
.mp4-Dateien der Kamera reinkopieren, zum Beispiel nach/Videos/Kunde-RAW. Noch nichts umbenennen, das kommt später in einem Rutsch. - 2.Transkriptions-Script starten. Es zieht mit ffmpeg das Audio aus jedem Video (Mono, 16 kHz) und schickt es durch mlx-whisper mit dem Modell
whisper-large-v3-turbo, Sprache aufdegestellt. - 3.Warten. Rechne mit etwa einer Minute pro Video. Danach liegt eine
.txt-Datei pro Aufnahme im Ausgabe-Ordner.
Der Anker bei DJI Mimo ist die lange Zahl im Dateinamen, die Session-ID. Alle Dateien mit gleicher Zahl gehören zur selben Aufnahme. _video.mp4 ist die Hauptkamera, _video 2.MP4 der zweite Winkel. Das Script nutzt genau diese ID, um zusammengehörige Clips zu erkennen. Die vollständige, lauffähige Version von transkribieren.py liegt im Download.
Wie ordnest du die Videos den Hooks zu?
Das ist die einzige manuelle Arbeit. Du liest die Transkripte durch und beantwortest vier Fragen:
| Frage | Bedeutet |
|---|---|
| Zwei Videos sagen fast dasselbe? | Gleicher Hook, verschiedene Takes |
| Verschiedene Themen oder Einstiege? | Verschiedene Hook-Nummern |
| Kurzes "Kauf jetzt"-Video? | CTA zu einem längeren Intro |
| Gleiche Session-ID, verschiedene Dateien? | Verschiedene Kamerawinkel |
Daraus ergibt sich das Namensschema: hook_[nr]_[thema]_take_[x]_cam[y].mp4. Schreib die Zuordnung zuerst auf Papier, dann erst befüllst du das Script. Stumpf ist Trumpf.
Wie benennst du um, ohne Chaos zu riskieren?
Nicht per Hand Datei für Datei. Du pflegst eine rename_map: alter Dateiname links, neuer Name rechts. Ein kleines Script geht die Zuordnung durch, benennt jede vorhandene Datei um und meldet dir am Ende, was gefunden wurde und was nicht (✗ NICHT GEFUNDEN). So bleibt jeder Schritt nachvollziehbar und du überschreibst nichts blind.
Direkt danach räumst du Duplikate weg. DJI Mimo exportiert manchmal denselben Kamerawinkel doppelt. Ein Hash-Vergleich (MD5 über den Dateiinhalt) findet identische Videos zuverlässig und zeigt dir, welche du löschen kannst. Beide Scripte, umbenennen.py und duplikate.py, sind im Pack fertig zum Kopieren.
Wie machst du das Archiv durchsuchbar?
Zum Schluss legst du eine Video-Transkripte.md im Projektordner an. Die Struktur ist simpel: eine H1 mit Kunde und Datum, dann pro Hook eine H2, darunter pro Take eine H3 mit dem Transkript als Zitat. So:
# Video-Transkripte · [Kunde] · [Datum]
## hook_01_struktur
### hook_01_struktur_take_1
> Deine Struktur schlägt dein Einkommen...Damit ist dein Asset-Archiv komplett durchsuchbar. Für dich, für deinen Editor, für jedes KI-Tool, das später darauf zugreift.
Wie viel Zeit kostet das?
| Schritt | Wer | Zeit |
|---|---|---|
| Installation (einmalig) | Du | 10 min |
| Videos kopieren | Du | 5 min |
| Transkription | Script | ~1 min pro Video |
| Gruppen bilden | Du | 20-30 min |
| Umbenennen | Script | 1 min |
| Duplikate prüfen | Script | 1 min |
| Obsidian-Note | Du | 10 min |
Gesamt: 45 bis 60 Minuten für einen kompletten Videotag. Danach nie wieder Fragezeichen.
Warum funktioniert das?
mlx-whisper läuft lokal, also fallen weder Cloud-Kosten noch Datenschutzfragen an. ffmpeg extrahiert das Audio schnell, bevor Whisper es verarbeitet. Die Session-ID im DJI-Dateinamen ist der Anker, an dem zusammengehörige Kamerawinkel hängen. Und das Namensschema macht dein Archiv sofort lesbar, für Editoren, Freelancer und KI-Tools gleichermaßen. Ende der Durchsage.
