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Der Killregel-Zettel
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Meta Ads

Der Killregel-Zettel

Drei Zeilen, die du ausfüllst, bevor der erste Euro läuft, damit später der Zettel entscheidet und nicht deine Laune. Die sieben Tage danach stehen auf Seite 2.

Von Robby Schadt · Thema Meta Ads · Zuletzt aktualisiert am

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Eine Killregel ist ein Satz, den du vor dem Anzeigenstart aufschreibst und der später an deiner Stelle entscheidet. Er hat immer dieselbe Form: Wenn diese Zahl erreicht ist und dieses Ereignis nicht eingetreten ist, schalte ich ab. Auf den Zettel kommen drei Zeilen: das Tagesbudget, das eine Element, das du änderst, und die Zahl, ab der Schluss ist. Danach fasst du sieben Tage nichts an.

Der Zettel löst ein Problem, das nichts mit Meta zu tun hat. Mitten im Test entscheidet niemand nüchtern. Du hast Geld ausgegeben, Hoffnung im Kopf und eine rote Zahl vor dir. Deshalb schreibst du die Schwelle vorher auf, an einem Tag, an dem du ruhiger bist als am dritten roten Tag.

Was ist eine Killregel?

Eine Killregel ist eine vorab notierte Abschaltbedingung aus zwei Bauteilen: einer Zahl und einem Ereignis, das ausgeblieben ist. Beispiel: "Wenn zehn Euro ausgegeben sind und kein einziger Mensch auf den Link geklickt hat, ist die Anzeige aus."

Keine Killregel sind "läuft schlecht", "sieht nicht gut aus" oder "gebe ich noch bis Sonntag". Da steht keine Zahl drin. Ohne Zahl entscheidet wieder dein Bauch, nur mit einem Zettel daneben.

Der Test für deine Regel ist einfach. Könnte ein Fremder sie anwenden, ohne dich zu fragen? Wenn ja, ist es eine Regel. Wenn er nachfragen müsste, ist es ein Gefühl.

Welche drei Zeilen gehören auf den Zettel?

  1. 1.Das Tagesbudget. Eine Zahl, keine Spanne. Rechne sie mal sieben und sprich die Summe laut aus: "Ich bin bereit, diesen Betrag zu verlieren, um das zu wissen." Wird dir dabei mulmig, ist die Zahl zu hoch.
  2. 2.Das eine Element, das du änderst. Eine Sache, nicht zwei. Wenn du Bild, Überschrift und Zielgruppe gleichzeitig tauschst und es wird besser, hast du ein Ergebnis ohne Ursache. Das kannst du nicht wiederholen.
  3. 3.Die Zahl, ab der du abschaltest. Zwei Formen funktionieren. Geld ohne Signal ("zehn Euro ausgegeben, kein Klick auf den Link, aus") oder eine Quote über die Laufzeit ("nach drei Tagen weniger als ein Prozent Linkklicks, Motiv aus"). Motiv aus, nicht Zielgruppe aus.

Eine Ausnahme gehört auf den Zettel, sonst tötest du das Falsche. Kommen Klicks, aber keine Käufe, prüfst du zuerst, ob die Anzeige auf die richtige Seite zeigt und ob der Kauf überhaupt gemeldet wird. Warum die Seite nach dem Klick der stillste Umsatzkiller ist, steht in Deine Landingpage killt deine Ads.

Warum entscheide ich vor dem Start und nicht mittendrin?

Weil die zehn Euro, die schon weg sind, für die nächste Entscheidung keine Rolle spielen dürfen. Genau das fällt uns schwer. Das Gabler Wirtschaftslexikon führt Sunk Costs als "Teil der nicht relevanten Kosten, der sich aus den Istkosten vergangener Perioden zusammensetzt". Nicht relevant heißt: nicht entscheidungsrelevant. Ausgegebenes Geld ist ausgegeben, egal wie die Anzeige morgen läuft.

Der Satz "ist ja nur ein Test" klingt vernünftig. Er ist es nicht. In dem Moment verhandelst du mit dir selbst, weil du nicht willst, dass das Geld umsonst war. Das ist keine Entscheidung, das ist eine Ausrede mit Uhrzeit.

Warum sieben Tage lang nichts anfassen?

Weil das Auslieferungssystem in genau diesem Fenster rechnet. Meta beschreibt im eigenen Hilfebereich, dass Anzeigengruppen die Lernphase normalerweise "nach etwa 50 Ergebnissen in der Woche nach der letzten wesentlichen Änderung" beenden. Eine Woche ist also die Einheit, in der überhaupt etwas Belastbares entsteht.

Und das Budget gehört zu den Reglern, die dieses Fenster zurückwerfen. Meta rät auf derselben Seite ausdrücklich: "Vermeide häufige Änderungen am Budget. Diese könnten dazu führen, dass eine Anzeigengruppe erneut in die Lernphase eintritt." Wer täglich dreht, misst am Ende nicht mehr seine Anzeige, sondern die Stunden seit dem letzten Klick. Welche Regeln du dafür fest ins Konto schreibst, steht in Kampagnenregeln, die dein Budget absichern.

Ein Blick pro Tag, zur selben Uhrzeit, reicht. Ansehen ja, anfassen nein. Es gibt genau eine erlaubte Handlung in diesen sieben Tagen: die Killregel greift, du schaltest ab. Warum sieben und nicht drei: ein einzelner Tag ist kein Publikum, sondern eine Stichprobe. Dienstag kauft anders als Samstag, und wer heute klickt, bestellt manchmal erst übermorgen.

Was mache ich am siebten Tag?

Du zählst die im Werbekonto gemeldeten Käufe gegen die Bestellungen, die wirklich im Shop stehen. Das Werbekonto meldet nicht alles, und manchmal meldet es zu viel. Beide Richtungen kommen vor.

Der Grund liegt in der Messung. Ein Fachbeitrag bei Adzine beziffert die Datenverluste im clientseitigen Tracking durch Ad-, Script- und Trackingblocker auf bis zu 35 Prozent, je nach Lösung (2024). Den Serverkanal dagegen beschreibt Meta in der Dokumentation zur Conversions API als Verbindung von Server, Shop-System oder CRM zu den Meta-Systemen, die Auslieferung optimieren und Ergebnisse messen. Die Tiefe dazu steht in CAPI statt Cookies.

Drei Ausgänge gibt es:

  1. 1.Im Shop stehen mehr Bestellungen als gemeldet. Deine Anzeige ist besser als ihr Ruf. Nicht abschalten, sondern die Kosten pro Kauf mit der Shop-Zahl neu rechnen.
  2. 2.Beide Zahlen liegen nah beieinander. Dann darfst du der Meldung glauben und nach ihr entscheiden.
  3. 3.Im Shop stehen weniger Bestellungen als gemeldet. Dann stimmt etwas an der Messung, nicht am Motiv. Erst reparieren, dann wieder testen.

Was tue ich, wenn gerade schon etwas läuft?

Wahrscheinlich läuft bei dir etwas, das längst hätte aus sein müssen. Dann in dieser Reihenfolge: nichts abschalten, erst schreiben. Den Zettel für die laufende Anzeige nachträglich ausfüllen, ehrlich und nicht passend zum aktuellen Stand gerechnet. Ausgaben und Linkklicks seit Start ansehen. Ist deine eigene Schwelle schon gerissen, schaltest du heute ab, nicht morgen. Ist sie nicht gerissen, läuft die Anzeige ab heute sieben Tage weiter, ohne dass du sie anfasst. Den Entscheidungstag mit Uhrzeit in den Kalender, als Termin, nicht als Vorsatz.

Wer mittendrin einsteigt, verliert die Tage davor als Datenbasis. Das ist der Preis. Er ist kleiner als zwei weitere Wochen Bauchgefühl.

Was ist, wenn die Anzeige nach zehn Euro nur Pech hatte?

Ehrliche Antwort: das gibt es. Zehn Euro sind wenig Publikum. Es gibt Anzeigen, die nach zehn Euro tot aussehen und nach vierzig laufen. Du wirst mit dieser Regel gelegentlich eine gute Anzeige abschalten.

Trotzdem bleibt sie stehen. Du weißt vorher nicht, welche die eine ist, sonst bräuchtest du keinen Test. Eine Regel, die du bei Zweifel aufweichst, ist keine Regel mehr, sondern ein Vorschlag mit Zahlenoptik. Und die Rechnung stimmt: Die eine gute Anzeige, die du verlierst, kostet dich zehn Euro und die Arbeit, eine neue zu bauen. Die zwanzig schlechten, die du behältst, weil jede einzeln noch eine Chance verdient hat, kosten dich den Monat.

Wenn du überzeugt bist, dass zehn Euro zu früh sind, schreib zwanzig auf den Zettel. Das ist erlaubt, nur vorher. Ob zehn oder zwanzig dort steht, entscheidet selten. Entscheidend ist, dass die Zahl vor dem Start dasteht. Nach 9,5 Mio Euro verwaltetem Werbebudget ist das die Beobachtung, die bei mir am stabilsten geblieben ist: Die Konten, die tragen, haben selten die schöneren Motive. Sie haben die härteren Regeln.

Der ausfüllbare Zettel liegt als gebrandetes PDF oben über das Formular: Seite 1 zum Ausfüllen vor dem Start mit Startdatum, Entscheidungstag und den drei Zeilen als Formularfelder, Seite 2 als Sieben-Tage-Protokoll zum Abhaken, dazu der Zählblock für den siebten Tag mit gemeldeten Käufen, Shop-Bestellungen, Differenz und der Entscheidung. Ausdrucken, ausfüllen, neben den Rechner legen.

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Der ausfüllbare Zettel als gebrandetes PDF zum Ausdrucken: Seite 1 vor dem Start mit Startdatum, Entscheidungstag und den drei Zeilen als Formularfelder samt Bestätigungs-Häkchen, Seite 2 als Sieben-Tage-Protokoll zum Abhaken, dazu der Zählblock für den siebten Tag mit gemeldeten Käufen, Shop-Bestellungen, Differenz, Kosten pro Kauf und den vier möglichen Entscheidungen.

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Häufige Fragen

Wann sollte ich eine Meta-Anzeige abschalten?

Wenn die Schwelle greift, die du vor dem Start aufgeschrieben hast. Eine Killregel besteht aus einer Zahl und einem Ereignis, das ausgeblieben ist, zum Beispiel: zehn Euro ausgegeben, kein Klick auf den Link, aus. Der Test dafür: Könnte ein Fremder die Regel anwenden, ohne dich zu fragen? Wenn nein, ist es keine Regel, sondern ein Gefühl.

Wie lange muss ich eine neue Anzeige laufen lassen, bevor ich entscheide?

Sieben Tage, ohne sie anzufassen. Meta beendet die Lernphase im eigenen Hilfebereich normalerweise nach etwa 50 Ergebnissen in der Woche nach der letzten wesentlichen Änderung. Ein einzelner Tag ist kein Publikum, sondern eine Stichprobe: Dienstag kauft anders als Samstag, und wer heute klickt, bestellt manchmal erst übermorgen.

Darf ich das Tagesbudget während des Tests ändern?

Nein. Meta rät im Hilfebereich ausdrücklich, häufige Änderungen am Budget zu vermeiden, weil eine Anzeigengruppe dadurch erneut in die Lernphase eintreten könnte. Wer täglich am Budget dreht, misst am Ende nicht mehr seine Anzeige, sondern die Stunden seit dem letzten Klick.

Warum zeigt mein Werbekonto andere Kaufzahlen als mein Shop?

Weil clientseitiges Tracking Daten verliert. Ein Fachbeitrag bei Adzine beziffert die Verluste durch Ad-, Script- und Trackingblocker auf bis zu 35 Prozent, je nach Lösung (2024). Deshalb zählst du am siebten Tag gemeldete Käufe gegen echte Bestellungen. Stehen im Shop mehr, rechnest du die Kosten pro Kauf mit der Shop-Zahl neu, statt die Anzeige abzuschalten.

Was mache ich, wenn Klicks kommen, aber keine Käufe?

Erst die Messung und die Zielseite prüfen, dann das Motiv. Wer nicht klickt, sagt dir etwas über dein Motiv. Wer klickt und nicht kauft, sagt dir etwas über die Seite dahinter oder über dein Tracking. Sonst schaltest du eine gute Anzeige für einen Fehler ab, der zwei Klicks weiter liegt.

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