Meta Ads mit Claude Code aufsetzen heißt: die Marketing API von Meta an ein KI-Terminal koppeln, das deine Ad-Performance liest, analysiert und neue Creatives vorschlägt. Die Betonung liegt auf vorschlägt. Jede neue Ad wird als PAUSED angelegt, aktiviert wird nur ein Mensch nach visueller Prüfung. Diese Seite ist die abhakbare Referenz: 30 Punkte in 4 Phasen.
Wenn du wissen willst, warum du das vorsichtig angehen solltest und was schiefgeht wenn nicht, lies die ganze Story im Blog. Eine Donnerstag-Geschichte mit 23 ungewollt aktivierten Ads und 847 Euro Lehrgeld. Diese Seite hier ist die Trockenfassung zum Durcharbeiten.
Stand: Mai 2026, Marketing API v25.0, Andromeda-Algorithmus.
Was brauche ich, bevor ich anfange?
Drei Dinge müssen stehen, sonst scheitert Punkt 09.
| Baustein | Anforderung |
|---|---|
| Meta-Developer-Zugang | developers.facebook.com, App-Typ Business |
| Claude Code | Account Pro (20 $/Mo) oder Max/Team/Enterprise. Free reicht NICHT |
| Ad-Spend-Realismus | Setup lohnt ab 3.000 bis 5.000 $/Monat, darunter bist du manuell schneller |
Phase 1: Wie richte ich Meta-Seite und Token ein?
Acht Punkte. Reihenfolge einhalten, der Token hängt an System User und Assets.
- 1.Meta-Developer-App erstellen. Create App, Use Case: Other, Type: Business. Privacy-Policy-URL ist Pflicht.
- 2.Marketing API als Product hinzufügen. App Dashboard, Add Product, Marketing API.
- 3.Business Verification entscheiden. Eigenes Konto: Development Access reicht (max. 5 Ad-Accounts). Kunden-Accounts: Standard Access beantragen, Verification dauert 1 bis 5 Werktage.
- 4.System User anlegen. Business Settings, Users, System Users, Add. Rolle Admin.
- 5.Assets dem System User zuweisen. App plus Ad-Account, beide mit Rolle Admin.
- 6.Token generieren. Permissions
ads_readplusads_management. Expiration Never oder 60 Tage. - 7.Token verifizieren. Im Token-Debugger prüfen: Permissions, Expiration, App und Asset korrekt.
- 8.Ad-Account-ID notieren. Format
act_1234567890mit Prefix.
Phase 2: Wie baue ich das Code-Setup auf?
Hier entsteht das Projekt. Die genauen Datei-Inhalte (pull_ads.py, generate.py, .env, .gitignore und der CLAUDE.md-Projekt-Brief) liegen fertig im PDF.
- 1.Claude Code installieren. Danach
claude --versionundclaude doctorzur Prüfung. - 2.Projekt-Ordner plus venv. Eigenes Verzeichnis, virtuelles Environment,
requestsundpython-dotenvinstallieren. - 3..env mit Credentials. Access-Token, Ad-Account-ID, API-Version v25.0. Die Version gehört fest in die Datei, nicht verstreut in den Code. Das ist unsere Ablage-Empfehlung aus der Praxis. Metas Entwicklerdokumentation zur Graph-API-Versionierung empfiehlt dazu lediglich, die Version überhaupt anzugeben: „Wir empfehlen, nach Möglichkeit immer die Version anzugeben.“ Jede Version hat dort „eine garantierte Funktionszeit von mindestens zwei Jahren“.
- 4..gitignore setzen.
.env,*.json,__pycache__/,.venv/. Token NIEMALS committen. Der Grundsatz dahinter steht beim BSI im IT-Grundschutz-Baustein CON.8 Software-Entwicklung: Kommentare mit Zugangsdaten für die Entwicklungsumgebung sollten aus ausgeliefertem Programmcode und aus ausgelieferten Konfigurationsdateien entfernt werden. Das ist dort eine Empfehlung, im BSI-Wortlaut ein SOLLTE, keine Muss-Anforderung (Anforderung CON.8.A5 Sicheres Systemdesign, Edition 2023). Dass späteres Löschen den Fehler nicht heilt, zeigt ein Bericht des deutschen Fachmagazins t3n vom 25.07.2024: gelöschte Forks und private Repositories bleiben auf GitHub über die Hash-Nummer des Commits abrufbar. Der Rat des dort zitierten Sicherheitsanbieters Truffle Security: in Repositories hinterlegte API-Keys regelmäßig austauschen, damit der alte Key keinen Zugang mehr hat. Wie oft das trotzdem passiert, misst GitGuardian, ein Anbieter für Secret-Scanning: 28,65 Millionen neu eingecheckte Secrets in öffentlichen GitHub-Commits im Jahr 2025, 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Commits mit Claude Code als Co-Author lagen dort bei 3,2 Prozent Leak-Rate gegen eine Baseline von 1,5 Prozent über alle öffentlichen GitHub-Commits. - 5.CLAUDE.md schreiben. Rolle, Scoring-Logik, Output-Format, Compliance-Regeln. Verhindert halluzinierte Empfehlungen.
- 6.Scoring-Logik festlegen. Relativ zum Account-Median, nicht mit fixen CTR-Schwellen. Top 25 % = scale, Bottom 25 % = iterate.
- 7.pull_ads.py bauen. Aktive Ads plus 14-Tage-Insights. Pagination und Rate-Limit-Handling sind Pflicht.
- 8.generate.py bauen, IMMER mit Status PAUSED. Aktivierung manuell nach visueller Prüfung. Auto-Activate ist Account-Risiko.
Wie sieht der wöchentliche Workflow aus?
Acht Punkte, Human-Review in der Mitte fest verankert.
- 1.Daten pullen.
pull_ads.pyschreibtad_performance.json. - 2.Claude-Analyse starten. Claude liest die JSON, folgt der CLAUDE.md und schreibt
analysis.md. - 3.analysis.md im Human-Review prüfen. Top 3, Bottom 3, Account-Trends. Sind die Hypothesen plausibel? Statistische Basis da?
- 4.approved_briefs.json kuratieren. Nur die guten Vorschläge übernehmen. Pro Brief: Quell-Ad, Name, Headline, Body, CTA.
- 5.Compliance pre-flight. Health/Finance/Crypto-Claims? Personal Attributes? Garantiert-Versprechen? Vorher/Nachher ohne Disclaimer?
- 6.generate.py ausführen. Legt pro Brief Creative plus Ad als PAUSED an, protokolliert in
generation_log.json. - 7.Visual-Check im Ads Manager. Layout, Lesbarkeit, Image-Hash. Aktivierung erst nach OK.
- 8.Alte Underperformer manuell pausieren, nicht löschen. History für Vergleich behalten. Andromeda lebt von Creative-Diversity, nicht von Single-Ad-Politur.
Welche Compliance- und Health-Regeln muss ich fahren?
Diese sechs entscheiden, ob dein Konto langfristig lebt.
- 1.Token-Health monatlich prüfen. Debug-Token-Call,
is_valid: true? Sonst neu generieren. 30 Sekunden pro Monat. - 2.Rate-Limit-Strategie. Bei HTTP 429 warten in Stufen (60s, 120s, 180s), max. 3 Versuche. Insights in 50er-Batches splitten. Laut MDN zeigt 429 an, dass ein Client zu viele Anfragen innerhalb eines bestimmten Zeitraums gesendet hat, und die Antwort kann einen
Retry-After-Header enthalten, der die Wartezeit vorgibt. Ist er da, lies ihn aus, statt blind zu staffeln. - 3.asset_feed_spec erkennen. Ist die Original-Ad Dynamic Creative (Advantage+), dann neue Variante im Ads Manager bauen. 1:1-Replikation klappt nicht.
- 4.Andromeda-Diversity-Audit. Pro Ad Set 15 bis 50 Creatives anstreben. Format-Mix: Static, Video Raw, Video Polished, Carousel. Meta selbst hält in der Andromeda-Ankündigung im Engineering-Blog fest, mehr Anzeigen-Vielfalt könne die Ads-Erfahrung der Nutzer verbessern und bessere Ergebnisse für Werbetreibende bringen (2024). Die Spanne 15 bis 50 ist unser Praxiswert aus den eigenen Konten, keine Vorgabe von Meta.
- 5.NIEMALS automatisieren: Budget-Erhöhungen, Audience-Änderungen, Ad-Aktivierung, Top-Performer pausieren. Kein Auto-Push in regulierten Branchen.
- 6.ROI-Realismus. Bei 3 bis 5k $/Monat Spend zahlt sich das Setup in 2 bis 3 Monaten aus.
Das Prinzip in einem Satz
Claude Code liest und schlägt vor. Der Mensch entscheidet und aktiviert. Jede Ad startet PAUSED, jede Aktivierung ist eine bewusste Handentscheidung. Wer diese eine Regel bricht, produziert genau die 23-Ads-Nacht aus dem Blog.
Fertig einsetzbar: der komplette CLAUDE.md-Projekt-Brief, die Skript-Vorlagen und die 30 Punkte als Druck-Checkliste liegen im PDF. Klick oben auf Download.
